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Morning Prayer

Gebet in Not und Verzweiflung: Herr, ich kann nicht mehr

Um Gottes Nähe, Halt und einen Ausweg, wenn kein Boden mehr unter den Füßen ist

Redaktionsteam von Morning Prayer · Aktualisiert: November 2026

Es gibt Stunden, in denen man nicht mehr beten kann, sondern nur noch schreien. Die Psalmen kennen solche Stunden. Dieses Gebet in Not und Verzweiflung gibt Dir Worte für den Moment, in dem Deine eigenen fehlen.

Lasset uns beten

Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir. Herr, höre meine Stimme. So beginnt Psalm 130, und so beginne ich, weil ich tiefer nicht kann.

Gott, ich kann nicht mehr. Ich sage es Dir, weil ich es sonst niemandem sage. Die Kraft ist aufgebraucht, der Mut ist weg, und ich sehe keinen Weg, der irgendwohin führt. Wenn Du da bist, dann zeig es mir jetzt. Nicht morgen. Jetzt.

Ich weiß, dass ich Dir Vorwürfe mache. Die Psalmen tun es auch: Warum hast du mich verlassen? Warum verbirgst du dein Gesicht? Du hältst das aus. Du hast selbst am Kreuz geschrien: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Du weißt, wie es ist, wenn der Himmel schweigt.

Ich bitte Dich nicht um eine Lösung. Ich bitte Dich um Halt. Dass ich heute Nacht nicht falle. Dass ich morgen aufstehe. Dass jemand mich anruft. Dass der Druck für eine Stunde nachlässt. Kleine Dinge. Ich habe keine Kraft mehr für große.

Und ich bitte Dich: Schick mir einen Menschen. Einen Arzt, einen Seelsorger, einen Freund, einen Fremden. Ich kann das nicht allein. Und mach mich bereit, die Hand zu nehmen, die Du mir reichst, auch wenn sie anders aussieht, als ich erwartet habe.

Herr, ich habe keine Hoffnung mehr. Dann sei Du meine Hoffnung. Ich habe keinen Glauben mehr. Dann glaube Du für mich. Ich habe keine Liebe mehr. Dann lass mich wenigstens spüren, dass ich geliebt werde.

Meine Seele wartet auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen. Herr, lass es Morgen werden. Amen.

Segen

Gott, der aus der Tiefe hört, halte Dich fest in dieser Nacht und lasse es für Dich Morgen werden.

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So betest du dieses Gebet

  1. Such dir einen ruhigen Moment und atme langsam.
  2. Lies das Gebet laut oder im Herzen.
  3. Füge vor dem Amen dein eigenes Anliegen hinzu.

Häufige Fragen

Darf ich Gott im Gebet anschreien?

Ja. Die Psalmen sind voll von Klage, Anklage und Schreien. Gott will unsere echten Worte, nicht unsere frommen. Ehrliche Verzweiflung vor Gott ist bereits Gebet.

Was tue ich, wenn ich nicht mehr leben will?

Bitte sprich sofort mit jemandem. In Deutschland erreichst Du die Telefonseelsorge kostenlos und rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, in Österreich unter 142, in der Schweiz unter 143. Du bist nicht allein, und es gibt Hilfe.

Welche Psalmen helfen in der Not?

Psalm 130 („Aus der Tiefe rufe ich“), Psalm 22 („Mein Gott, warum hast du mich verlassen“), Psalm 42 („Was bist du so bedrückt, meine Seele“), Psalm 88 für die tiefste Dunkelheit und Psalm 23 für den Trost.

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