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Morning Prayer

Beten lernen · 3/5

Mit eigenen Worten beten

Wie Du frei und ehrlich mit Gott sprichst, auch wenn Dir die Worte fehlen.

Vorformulierte Gebete sind ein Schatz. Aber irgendwann möchtest Du Gott auch das sagen, was in keinem Gebetbuch steht. Diese Lektion hilft Dir, mit eigenen Worten zu beten, ohne Scheu und ohne Druck.

Die Angst vor den falschen Worten

Viele trauen sich nicht, frei zu beten, weil sie glauben, es mĂŒsse schön klingen. Doch Gott ist kein Deutschlehrer. Jesus hat selbst gewarnt vor vielen Worten und davor, zu beten, um gehört zu werden (MatthĂ€us 6,7). Ein einfaches Herr, ich weiß nicht weiter ist ein vollstĂ€ndiges Gebet.

Ein hilfreicher Gedanke: Stell Dir vor, Du erzÀhlst einem guten Freund von Deinem Tag. So darfst Du mit Gott reden. Er kennt Dich ohnehin; Du verbirgst nichts vor ihm, Du teilst es nur mit ihm.

Drei Einstiege, wenn Dir nichts einfÀllt

  • Den Tag erzĂ€hlen. Geh die letzten Stunden durch und sag Gott, was war. Wo warst Du froh, wo gereizt, wo mĂŒde? Das ist schon Gebet.
  • Einen Satz wiederholen. Zum Beispiel: Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner. Oder: Du bist da. Sprich ihn langsam, mehrmals, mit dem Atem. Die Wiederholung öffnet den Raum fĂŒr eigene Worte.
  • Mit einem Bibelvers beginnen. Lies den Tagesvers, bleib bei einem Wort stehen und sag Gott, was es in Dir auslöst.

Ehrlich sein, auch im Negativen

Du darfst Gott sagen, dass Du enttÀuscht bist, dass Du zweifelst, dass Du etwas nicht verstehst. Die Psalmen tun genau das: Wie lange noch, Herr? Warum verbirgst Du Dein Gesicht? Wer so betet, nimmt Gott ernst. Unehrliches Gebet ist das einzige, das nicht funktioniert.

Hören ist auch Gebet

Beten ist kein Monolog. Nach dem Sprechen darf Stille kommen. Gott antwortet selten mit hörbaren Worten, aber oft mit einem Gedanken, der plötzlich klar wird, mit einem Bibelvers, der hÀngen bleibt, mit Frieden, der sich einstellt, oder mit einem Menschen, der am nÀchsten Tag das Richtige sagt. Lass nach dem Gebet eine Minute Stille, und achte in den folgenden Stunden darauf, was Dir begegnet.

FĂŒr andere beten

Freies Gebet wird reicher, wenn es ĂŒber Dich hinausgeht. Nenne Gott Menschen beim Namen: die Kollegin, die krank ist; den Nachbarn, der allein lebt; Deine Familie. Du musst nicht wissen, was sie brauchen. Es reicht: Herr, sei bei ihr. Die FĂŒrbitte ist eine der schönsten Formen der Liebe, weil sie nichts zurĂŒckverlangt.

Übung

Nimm ein Blatt Papier und schreib einen Brief an Gott. Beginne mit Lieber Gott oder Herr und schreib zehn Minuten lang, ohne abzusetzen und ohne zu korrigieren: was Dich bewegt, wofĂŒr Du dankbar bist, was Du nicht verstehst, wen Du ihm anvertrauen möchtest. Lies den Brief am Ende einmal langsam als Gebet. Du kannst ihn aufbewahren und in einem Jahr wieder lesen.

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